Archiv für den Monat: März 2017

26. März 2017 Prof. Karl Döring – Der Stahlleuchtturm in Eisenhüttenstadt

Am 26. März 2017 hatten wir Professor Karl Döring bei uns zu Gast.

Prof. Döhring war von 1979 bis 1985 stellvertretender Minister der DDR für Erzbergbau, Metallurgie und Kali. Von 1985 bis 1990 leitete er als Generaldirektor das VEB Bandstahlkombinat ( Hauptsitz Eisenhüttenstadt). Nach der Umwandlung in die EKO Stahl AG  war er von 1990 bis 1995 deren Vorstandsvorsitzender und bis 2000 Geschäftsführer Technik der EKO Stahl GmbH.

Als Vorstandsvorsitzender der EKO Stahl AG war er entscheidend daran beteiligt, das Unternehmen erfolgreich zu privatisieren und vor der Zerschlagung zu retten. Damit sicherte er in Eisenhüttenstadt tausende Arbeitsplätze.

Professor Döring teilte seinen Vortrag, in dem er auch Teile aus seinem Buch ( EKO Stahl für die DDR – Stahl für die Welt ) vorlas, in 3 Teile.

Der erste Teil handelte von seiner Arbeit als stellvertretender Minister, Generaldirektor des Kombinates und als Vorstandsvorsitzender der EKO Stahl AG.

Dem zweiten Teil gab er den Titel “ Wie war das eigentlich mit der Stasi“.

Im dritten Teil verlas er den Epilog seines oben genannten Buches.
Hier erklärt er noch einmal, warum er dieses Buch geschrieben hat und zitierte dazu die von ihm hoch verehrte Christa Wolf  mit folgenden Worten: „Ich verhehle meine Furcht nicht, dass in dem Vakuum, das durch Desorientierung entsteht, die Dämonisierung des unbekannten Wesens DDR weiter um sich greift, die teils mit Bedacht, teils aus Mangel an Kenntnissen in vollem Gange ist. (…) Der Ansturm der Ereignisse hat die Differenzierungsfähigkeit überrannt. Wir müssen auf Konkretheit bestehen und aufpassen, dass uns nicht das Leben genommen wird, das wir wirklich geführt haben, und uns statt dessen ein verzerrtes Phantom untergeschoben wird.“ ( Wolf, Christa: Auf dem Weg nach Tabou, Texte 1990-1994, Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1994 )

Er zieht eine Bilanz seines Lebens, sagt wo er die Gründe für das Scheitern des Sozialismus in den Farben der DDR sieht und warum dem Kapitalismus nicht die Zukunft gehören wird.

“ Die Welt wird sich einen neuen Sozialismus schaffen“   – Seite unbekannt- da Kindle 😉

 

Die gesamte Veranstaltung können Sie hier noch einmal nach hören. Die Fragen und Kommentare unserer Zuhörer wurden von mir “ sinngemäß mit eigenen Worten“ nachgesprochen.

 

 

Wikipedia
Bei uns war nichts Marode“ Interview mit Evely Finger in Zeit Online am 8. Oktober 2015

Informationen auf www.kombinatsdirektoren.de
Geschichte des EKO Ein Leben für Eisen und Stahl  Märkische allgemeine Zeitung online 

Buchtip: Karl Döring:  EKO Stahl für die DDR – Stahl für die Welt : Kombinatsdirektor und Stahlmanager – eine Autobiographie
Herausgegeben von Rohnstock Biografien edition berolina

 

26. Februar 2017 Olaf Koppe – Keine Zeitung ist auch keine Lösung!

Am 26. Februar 2017 hatten wir Olaf Koppe zu Gast. Olaf Koppe ist seit 2006 Geschäftsführer der Tageszeitung  neues deutschland.

 

Zu Beginn seines Vortrages ging Olaf Koppe auf die Krise am deutschen Zeitungsmarkt in den letzten 10 Jahren ein. Einbrechende Werbeeinnahmen, Rückgang der Auflagen und steigende Kosten bei Produktion und Vertrieb trafen besonders die überregionalen Tageszeitungen.
Auch neues deutschland, eine klassische Abozeitung, leidet unter dem Rückgang der Auflage.

Als Ursachen benannte er vor allem:

  1. Das Internet mit der immer noch verbreiteten kostenlos Kultur
  2. Die sozialen Medien wie Facebook und Twitter.
    Auch wenn neues deutschland  diese Medien nutzt, führt es doch zu einem schwindenden
    Markenbewußtsein bei den Lesern.
  3. Eine allgemeine Glaubwürdigkeitskrise der Medien geht damit einher.
  4. Kosteneinsparungen führen bei vielen Zeitungen zu einer Absenkung des journalistischen Niveaus. Man übernimmt einen großen Teil an Agenturmeldungen ohne Änderung und bringt zu wenig eigene journalistische Beiträge. Hier versucht man massiv gegen zu steuern. Agenturmeldungen werden meistens überarbeitet und oft in eigenen Artikeln verarbeitet. So kann sich neues deutschland im Ausland auf ein Netz guter Journalisten stützen, die sehr authentisches Material liefern.

Wie versucht nun die Sozialistische Tageszeitung neues deutschland mit ihren ca. 100 Mitarbeitern sich unter diesen Bedingungen zu behaupten und seine Leser zu finden ?

Einen Schwerpunkt bilden die Versuche neue und vor allem junge Lesergruppen zu gewinnen. Inzwischen wird neues deutschland auch als ePaper ( PDF Datei oder als App) angeboten. Der steigende Umsatz hier kann aber den Rückgang bei der gedruckten Auflage noch nicht ausgleichen. Weiterhin wird die Wochenendausgabe stark ausgebaut.
Es werden neue Vertriebsmodelle getestet. So kann man z.B. einzelne Artikel oder ganze Ausgaben beim Online Dienst Blendle erwerben.

Auch heute  mehr als 25 Jahre nach dem Ende der DDR wird neues deutschland  immer noch als Ostzeitung gesehen. Auch von Politikern der Partei DIE LINKE wäre mehr Unterstützung ( z.B. in Form von Abos) wünschenswert.

Im Anschluß gab es wie immer eine rege Diskussion. Dem einen gefallen die Karikaturen im neuen deutschland nicht, andere hätten gerne mehr veröffentlichte Leserpost. Dem einen sind die Artikel, vor allem im Feuilleton, zu intellektuell. Andere loben ausdrücklich dieses hohe intellektuelle Niveau und lesen die Zeitung vor allem deswegen. Soll die Zeitung mehr ausführliche Artikel mit vielen Hintergrundinformationen bringen oder sich auf kurze Informationen beschränken ? Viele Fragen und Anregungen von den Leserinnen und Lesern des neuen deutschland kann Olaf Koppe mit nach Berlin nehmen. Es war ein gelungener Vormittag.

 

 

Mitschnitt des Vortrages von Olaf Koppe

Aufgrund einer technischen Panne beginnt der Mitschnitt des Vortrage erst nach ca. 2 Minuten. Ich bitte das zu entschuldigen. Wir arbeiten daran, hier in Zukunft eine bessere Qualität bieten zu können.

 

 

 

 

Weiterführende Links

www.neues-deutschland.de
www.blendle.de